Zukunftsmedizin

Smart Hospital

Keine Wartezimmer, Sprechstunden in der virtuellen Realität, Patienten Akten auf dem Tablet. All diese Dinge sind Visionen eines modernen Gesundheitswesens. Wir beleuchten neue Technologien und besprechen mit unseren Experten was bereits möglich ist.

Die Zukunft liegt in der integralen Medizin

Die Bereiche Genetik, Körper und Geist bilden eine Einheit und sollten gemeinsam betrachtet werden, um bestmögliche Ergebnisse für die Patienten zu schaffen.

Prof. Dr. Dietrich Baumgart vom Essener Facharztzentrum Preventicum schaut gerne in die Zukunft. Vor allem dann, wenn es um die Gesundheit der Menschen geht. „Die Zukunft liegt meiner Auffassung nach in der integralen Medizin, in der wir die genetische Disposition, die allgemeine körperliche und mentale Gesundheit zusammenfassen und mittels umfangreichen Datenmaterials dauerhaft auswerten. Daraus gewinnen wir dann umfassende Erkenntnisse, um präventiv gegen schwere Erkrankungen des Herz-Kreislaufsystems oder auch der inneren Organe vorzugehen“, sagt der renommierte Kardiologe.
Bislang konzentriere sich die Untersuchung von Patienten auf die Funktions- und Strukturanalyse von Leber, Herz und Co. und die Beschreibung bestimmter Auffälligkeiten. In der integralen Medizin aber gehe man davon aus, dass die Bereiche Genetik, Körper und Geist eine Einheit bilden. „Das folgt einem einfachen Motto. Wer beispielsweise eine sehr gute genetische Verfasstheit und Konstitution hat und nicht anfällig für Herzinfarkt oder Schlaganfall ist, geht mit sehr guten Voraussetzungen ins Leben. Aber durch bestimmte Risikofaktoren wie einen ungesunden Lebensstil oder permanenten Stress kann dieses positive Konto aufgebraucht werden. Dies gilt es zu verhindern, indem wir durch kontinuierliche Analysen Risiken messen und bewerten und frühzeitig gegensteuern“, erläutert Dietrich Baumgart.
Das gilt genauso bei einem Menschen mit eher schlechten Anlagen. Bei ihm müssen die körperliche und seelische Verfassung sehr frühzeitig die Neigung zu bedrohlichen Herz-Kreislauferkrankungen ausgleichen. „Je mehr Daten wir besitzen, desto genauer lassen sich über die Jahre hinweg Vorhersagen treffen und Präventivstrategien und Therapien ganz individuell ermitteln“, weiß der Arzt. Teilweise setzt er dies schon bei Preventicum ein: Ein Beispiel ist die Messung von Blutdruck und Puls und die kontinuierliche Überwachung. In der Essener Praxis ist man bereits so weit, dass diese Werte eines Patienten dauerhaft gespeichert werden, um jederzeit einen Einblick zu gewährleisten.
Selbst für die Erhebung von mentalen Daten haben IT-Spezialisten schon eine Lösung entwickelt. Vor wenigen Wochen erst hat Dietrich Baumgart sich eine Software angeschaut, die ausgehend von einem großen Fragenkatalog Daten zum Stressverhalten etc. sammelt. „Aufgabe der Medizin der Zukunft ist es, diese Daten mit körperlichen und genetischen Informationen zusammenzubringen und ein Bild des ganzen Menschen zu schaffen.“

Patrick Peters

Experte

Prof. Dr. Dietrich Baumgart

Kardiologe am Essener Facharztzentrum Preventicum

Je mehr Daten wir besitzen, desto genauer lassen sich Vorhersagen treffen




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