Zukunftsmedizin

Live

ERSTES FORUM ZUKUNFTSMEDIZIN LIVE

Am Montagabend um 18.00 Uhr haben wir unser erstes Forum Zukunftsmedizin Live auf Sendung gebracht. Unsere Gesundheitsexperten haben in dem neuen Online-Format über das hochinfektiöse COVID-19-Virus informiert und diskutiert. In 105 Minuten konnten sie valide Informationen vermitteln und mit vielen Gerüchten rund um die Pandemie aufräumen. Pia Kemper, Initiatorin des Forums Zukunftsmedizin und Leiterin der Finanz- und Wirtschafts-EXTRAS des Rheinische Post Forums, führte gemeinsam mit Christopher Peterka, Geschäftsführer gannaca global, durch die Online-Sendung. Kemper zeigte sich begeistert von dem virtuellen Expertentreffen, den strukturierten Informationen sowie der großen Anzahl von User-Kommentaren. Sie betonte, dass diese Sendereihe in den kommenden Wochen immer montags um 18.00 Uhr fortgesetzt wird – solange es die aktuelle Situation erfordert.

Prof. Dr. Thomas Druyen, Direktor des Instituts für Zukunftspsychologie und Zukunftsmanagement an der Sigmund Freud Privat Universität in Wien und Düsseldorf sowie Teilnehmer des Forums Zukunftsmedizin Live, ordnet die aktuelle Situation aus soziologischer und psychologischer Sicht wie folgt ein:

„Jetzt oder nie – Selbstdisziplin ist die Lösung! Noch ist die Zahl der an Corona massiv Erkrankten scheinbar sehr überschaubar. Aber die gedankliche Infektion hat uns bereits befallen. Insofern ist die psychische Krise im Moment der Humus, auf dem wir über unsere Zukunft entscheiden. In den Krankenhäusern, Arztpraxen und anderen medizinischen Einrichtungen ist man der Zeit schon etwas voraus. Diese Orte mit Ärzten, Schwestern, Pflegern und allem sich bewundernswert einsetzenden Personal bilden das Fundament unserer Gegenwehr und unserer Hoffnung. Da wir dieser historischen Pandemie im Moment nur medizinisch und präventiv begegnen können, haben die Weltgesundheitsorganisation und mit ihr die allermeisten Regierungen beschlossen, das Virus durch Isolation einzudämmen. Das ist unsere Situation, die einzelnen Länder befinden sich dabei in unterschiedlichen Entwicklungsphasen.

Kein Ende abzusehen, keinen rettenden Horizont zu erahnen, macht uns fragil und mit der Zeit auch mürbe. Abwarten, innehalten und ausgeliefert sein, da fehlt den meisten von uns mittlerweile die Erfahrung, die Geduld und die Kapazität. In diesem Sinne erleben wir alle gemeinsam eine Vollbremsung. Eine Vollbremsung der Welt. Dieser Zustand ist für unser Gehirn und unsere Gefühle eine ungeahnte Überforderung. Wir erleben eine gnadenlose Vertreibung aus der Komfortzone. An dieser Stelle aber sind wir keineswegs verloren, sondern haben die ultimative Möglichkeit, unsere geistigen und sozialen Schalter umzulegen. In diesen Tagen wurde schon oft erwähnt, dass jede Krise auch eine Chance bietet. Das mag sich für viele banal anhören, für bereits Betroffene vielleicht sogar absurd, aber dennoch ist es für unsere Gesellschaft aus soziologischer Sicht eine ernstzunehmende Perspektive.

Und jetzt über Nacht sind wir gezwungen, neu zu denken. Viele Gewohnheiten verkehren sich ins Gegenteil. Plötzlich wird Homeoffice zur Normalität, auch Technikfremde gehen ins digitale Exil, Bargeld wird doch zum Auslaufmodell und bald gibt es Stress aus Langeweile und geradezu weihnachtliche Verhältnisse mit emotionaler Belastung und unbekanntem Ausgang.

Da koordiniertes Verhalten ein wesentlicher Teil der Lösung ist, sollten wir den ärztlichen, medizinischen und offiziellen Verlautbarungen und Aufforderungen unbedingt und ohne Ausnahme Folge leisten. Nur wenn wir die Kette der Ansteckung kappen, gibt es Licht im Tunnel. Darüber hinaus scheinen Selbstdisziplin, Empathie und planvolles Vorausdenken Gebote der Stunde zu sein. Selbstdisziplin ist dabei für jede und jeden von uns der entscheidende Ausgangspunkt. Dazu gehören unter anderem eine Struktur für den Alltag, ein Plan für Familienbetätigung, für Ernährung, fürs Lernen, für bewusste Mediennutzung und die Wahl verlässlicher Informationsquellen.

Dennoch werden wir ständige Veränderungen und Ängste erleben. Dies lässt sich nur überwinden, wenn wir Mitgefühl und Solidarität für unsere Mitmenschen und unsere Gemeinschaft walten lassen. Es geht nur gemeinsam, obwohl und gerade, weil wir getrennt werden. Die vermeintliche Vorteilsnahme einzelner Egoisten wird am Ende ein Rohrkrepierer. Und zum hoffentlich guten Schluss sollten wir vorausdenken. In welche Welt werden wir wieder zurückkehren, wie wollen wir dann sein? Persönlich, beruflich, charakterlich? Carpe diem. Nutze den Tag. Wenn wir es schaffen, die Welt nach der Krisenüberwindung humaner zu machen, ist die Chance tatsächlich genutzt worden. Es liegt an uns.“



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